Der Reichsluftschutzbund (RLB) war eine 1933 gegründete Organisation zur Vorbereitung der Bevölkerung auf den Luftschutz im nationalsozialistischen Deutschland. Seine Tätigkeit ist im Zusammenhang mit Aufrüstung, Kriegsvorbereitung und NS-Propaganda zu betrachten.
Schulung und Luftschutzwarte
Zu den Aufgaben gehörte die Vermittlung von Kenntnissen des Selbstschutzes. Das Deutsche Historische Museum beschreibt die Ausbildung ehrenamtlicher Luftschutzwarte für Wohnhäuser und Häuserblöcke. Der RLB unterstand dem von Hermann Göring geführten Reichsluftfahrtministerium.
Wie liest man Quellen des RLB?
Eine Broschüre oder ein Plakat ist kein neutraler Bericht über den Alltag. Es zeigt, welches Verhalten gefordert und welches Bild von Gefahr und Gemeinschaft vermittelt wurde. Bei einer Auswertung sind Erscheinungsjahr, Herausgeber, Zielgruppe und politische Sprache ebenso wichtig wie die abgebildete Ausrüstung.
Nicht mit Nachkriegsorganisationen verwechseln
Der RLB gehört zur NS-Zeit. Der spätere Luftschutzhilfsdienst und das Technische Hilfswerk haben andere Entstehungsgeschichten. Ähnliche Wörter und Geräte machen Organisationen nicht historisch gleich.
Weiterführende Fragen
Wie wurde aus einer Vorschrift eine Übung? Wer sollte welche Aufgabe übernehmen? Welche Belastungen trafen Familien? Solche Fragen verbinden Organisationsgeschichte mit dem zivilen Luftschutz und den Erfahrungen der Menschen.
