Hochbunker A8 · Schweinfurt-Oberndorf · Seit 1941
Der Fichtel-und-Sachs-Bunker in Schweinfurt.
Ein Schutzbau aus dem Zweiten Weltkrieg. Später für den Kalten Krieg umgerüstet. Heute das Deutsche Bunkermuseum: ein Ort, an dem Geschichte sichtbar und ihre Bedeutung für die Gegenwart besprechbar wird.

Ein Gebäude, mehrere Kapitel deutscher Geschichte.
Schweinfurts Industrie prägte die Stadt und machte sie im Zweiten Weltkrieg zum Ziel von Luftangriffen. Der Bunker in Oberndorf gehört zu den erhaltenen Zeugnissen dieser Zeit. Seine heutige Nutzung lädt dazu ein, nach den Erfahrungen der Menschen hinter der massiven Fassade zu fragen.
- 1941
Der Hochbunker A8 entsteht
Nahe den Fichtel-und-Sachs-Werken wurde der öffentliche Hochbunker A8 errichtet. Die Schweinfurter Bauunternehmung Riedel führte den Bau aus. Die Lage erklärt den bis heute gebräuchlichen Namen „Fichtel-und-Sachs-Bunker“.
- Im Krieg
Schutz suchen, auf Entwarnung warten
Menschen aus der Umgebung suchten hier bei Luftalarm Zuflucht. Zeitzeugenberichte, die Nils Brennecke dokumentiert hat, erzählen vom Gedränge am Eingang und der Angst um Angehörige und Zuhause.
- 1983
Umbau für den Zivilschutz
Im Kalten Krieg wurde der Bunker technisch erneuert. Zu den Veränderungen gehörten Drucktüren, Lüftungstechnik und ein Sandfilter. Diese Ausstattung zeigt eine weitere Epoche des Schutzraumbaus.
- Seit 2014
Das Deutsche Bunkermuseum
Nils und Petra Brennecke betreiben das Museum ehrenamtlich. Ausstellung und Gebäude dienen heute der Vermittlung von Geschichte – mit dem Leitmotiv „Nie wieder Krieg“.
Mehr als eine massive Fassade.
Bis zu drei Meter starke Außenwände machen die Schutzfunktion des Gebäudes greifbar. An der Fassade sind Fensterattrappen zu erkennen. Das äußere Erscheinungsbild sollte den Bunker einem gewöhnlichen Gebäude ähnlicher machen.
Beim Besuch lohnt sich deshalb der Blick auf das Bauwerk ebenso wie auf die Exponate: Was wirkt vertraut? Was verrät die besondere Funktion? Und welche Spuren stammen aus einer späteren Nutzungsphase?
Die Führung ordnet solche Beobachtungen ein und verbindet Technikgeschichte mit Fragen nach dem Leben im Schutzraum.


„Nie wieder Krieg.“
Das Leitmotiv von Nils und Petra Brennecke
Der Bunker erzählt von Schutz und Bedrohung. Das Museum stellt die Menschen in den Mittelpunkt: ihre Lebensumstände, ihre Ängste und die Folgen des Krieges. Erinnern bedeutet hier auch, Fragen an unsere Gegenwart zu stellen.

Geschichte bleibt nicht abstrakt.
Ein Koffer, eine Hausapotheke, einfache Gebrauchsgegenstände: An solchen Dingen entstehen konkrete Fragen. Was war lebenswichtig? Was konnte man mitnehmen? Wie versuchte man, sich auf einen Ausnahmezustand vorzubereiten?
Die weltgrößte Luftschutz-Ausstellung im Deutschen Bunkermuseum widmet sich dem Luft- und Zivilschutz sowie den Folgen des Krieges. Die heutige Führung behandelt auch die deutsche Teilung und die innerdeutsche Grenze.
Weitere Perspektiven bieten das Bunker-Wiki und die Medienberichte über das Museum.

Schweinfurt zum Weiterlesen.
In seinem Buch „Schweinfurt – Die schönsten Geschichten der Stadt“ erzählt Nils Brennecke 100 Geschichten und Anekdoten aus Schweinfurt.
Auch der Ein-Mann-Bunker in den Wehranlagen, der Hochbunker A8 mit dem Deutschen Bunkermuseum und weitere historische Begebenheiten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs kommen darin vor. Ein Lesetipp für alle, die nach dem Museumsbesuch noch mehr über die Stadt erfahren möchten.
16 € · Bei uns im Bunkermuseum und im stationären Schweinfurter Buchhandel erhältlich.
Fragen zum Fichtel-und-Sachs-Bunker
Ist der Fichtel-und-Sachs-Bunker das Deutsche Bunkermuseum?
Der Fichtel-und-Sachs-Bunker ist das historische Gebäude. Seit 2014 beherbergt es das Deutsche Bunkermuseum. Beide Namen führen also zum selben Besuchsort an der Ernst-Sachs-Straße 73 in Schweinfurt.
Ist der Bunker unterirdisch?
Es handelt sich um einen Hochbunker – das Bauwerk erhebt sich sichtbar über dem Straßenniveau. Bereits seine Außenansicht macht ihn zu einem markanten Ort in Oberndorf.
Kann man den Bunker besichtigen?
Ja, bei einer vereinbarten Museumsführung für Gruppen ab zehn Teilnehmern. Sie dauert rund 90 Minuten. Empfohlen wird der Besuch ab zwölf Jahren; jüngere Kinder dürfen ebenfalls teilnehmen. Alle praktischen Hinweise finden Sie auf der Besuchsseite.
Vom Lesen zum Erleben.
Besichtigen Sie den historischen Ort mit Ihrer Gruppe. Ausschließlich ab zehn Teilnehmern, nach vorheriger Terminvereinbarung.
